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Eltern-Initiative statt Fingerpointing: Wie wir KI wirklich in die Schulen bringen

Mit Verena Pausder, Unternehmerin & Vorstandsvorsitzende Startup-Verband

08.05.2026PodcastKI Schulen
Eltern-Initiative statt Fingerpointing: Wie wir KI wirklich in die Schulen bringen | Verena Pausder, Unternehmerin & Vorstandsvorsitzende Startup-Verband

Die Folge zeigt ruhig und konkret, warum KI in Schulen nicht mit Fingerpointing, sondern mit Eltern, Lehrkräften und guten Formaten vorankommt. Verena Pausder beschreibt, was zu Hause schon möglich ist, wo Schulen heute hängen, welche Initiativen wirklich tragen und warum Europa eigene Lösungen mitdenken sollte.

Das Wichtigste in Kürze

Eltern können Schule mitziehen, statt nur zu kritisieren

Pausders Kernpunkt ist klar: Wer Veränderung will, muss sich am Elternabend einbringen. Häufig blockiert nicht die Lehrkraft, sondern der Elternkollektiv-Reflex gegen neue Geräte, Chatbots oder digitale Lernformen. Der wirksamere Weg ist, transparent zu machen, was zu Hause schon ausprobiert wird, und die Schule so von innen heraus zu unterstützen.

Nicht mehr nur abgeben, sondern anders denken lassen

Für Pausder ist der eigentliche Nutzen von KI im Unterricht nicht die schnellere Antwort, sondern die bessere Denkaufgabe. Statt Texte 1:1 von KI schreiben zu lassen, sollten Aufgaben Formate wählen, die Verstehen, Präsentieren, Diskutieren, Verifizieren und Transfer verlangen. Genau dort kann KI Lernprozesse vertiefen.

Scolaia macht aus guten Ideen umsetzbare Schritte

Mit Scolaia will Pausder die Lücke zwischen kennen und können schließen. Die Plattform bündelt skalierbare Bildungsinitiativen auf einer Map, bietet Hospitationen und Masterclasses und soll mit einem KI-Assistenten Schulen ein individuelles Playbook liefern, zugeschnitten auf Größe, Budget, Standort und vorhandene Strukturen.

The Big Points

Vom Scratch-Kurs zur KI-Frage

Pausder zeichnet den Wandel in der Familie sehr greifbar nach. Früher ging es um Scratch, Roboter und kleine Animationsprojekte, also um digitale Gestaltungszeit. Heute geht es um Smartphones, Social Media und KI, also um deutlich tiefere Fragen von Aufmerksamkeit, Verantwortung und Bildung. Ihre Haltung hat sich mit der Realität ihrer vier Kinder mitentwickelt.

Sie beschreibt offen, dass manche frühe technische Hilfsmittel, etwa automatisierte Mailantworten, eher zusätzlichen Stress erzeugten. Ihr Maßstab ist deshalb nicht Technikbegeisterung um ihrer selbst willen, sondern echter Nutzen. Für ihre Kinder nutzt die Familie KI inzwischen bewusst als Denkwerkzeug, etwa mit Claude, um Fragen nicht nur zu beantworten, sondern gemeinsam zu besprechen.

Schulen brauchen neue Aufgaben, nicht nur neue Tools

Pausder hält wenig davon, KI einfach gegen alte Aufgabenstellungen zu setzen. Wenn Schüler:innen am Ende nur einen Text abschreiben, bleibt alles beim Alten, nur schneller. Sinnvoller sind Formate, in denen KI den Einstieg erleichtert, die eigentliche Leistung aber im Verstehen, Einordnen und Präsentieren liegt.

Sie nennt als Beispiele Präsentationen, Gruppenarbeiten und Podcasts. So wird aus Nutzung kein reiner Konsum, sondern ein Lernformat mit Eigenleistung. Ihr Blick ist dabei nüchtern: Diese Veränderung kommt nicht in zwölf Monaten, vielleicht nicht einmal in zwölf Jahren von allein, deshalb braucht es jetzt andere Hebel.

Warum Elternabende mehr bewirken können als Schuldzuweisungen

Ein zentrales Argument der Folge ist, dass das Bildungssystem oft als alleiniger Schuldiger herhalten muss, obwohl Eltern selbst Teil der Gleichung sind. Pausder berichtet, wie ein ganzer Elternabend neue Technologien oder iPads blockieren kann, obwohl die Lehrkraft das Thema eigentlich voranbringen will.

Daraus leitet sie eine klare Haltung ab: lieber aktiv einwirken als pauschal gegen Schulen schimpfen. Veränderung beginnt oft dort, wo Eltern ihre eigene Rolle ernst nehmen, Regeln zu Hause transparent machen und die Entwicklung nicht delegieren.

Konkrete Initiativen statt abstrakter Reformrhetorik

Pausder nennt mehrere Projekte, die aus ihrer Sicht schon heute funktionieren. Life Teach Us füllt ausgefallene Stunden mit Menschen aus der Praxis, von Unternehmer:innen bis Handwerker:innen, und lässt sich wie eine Vermittlungsplattform nutzen. Klasse 0 soll Kinder vor dem Schuleintritt stärker angleichen, damit sie mit ähnlicheren Voraussetzungen starten.

Wir für Schule zeigt für sie, dass sich gute Ansätze skalieren lassen, wenn sie an mehreren Schulen pilotiert werden. Entscheidend ist dabei nicht nur die Idee, sondern die Umsetzungslogik. Genau dafür wurde Scolaia gebaut: sichtbarer machen, was schon existiert, und aus Inspiration belastbare Umsetzung machen.

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