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5 Milliarden Bewertung, 30 Mitarbeiter: Die Wette auf sich selbst verbessernde KI

Mit Dr. Richard Socher, Recursive & you.com

03.07.2026PodcastSelbstverbesserung
5 Milliarden Bewertung, 30 Mitarbeiter: Die Wette auf sich selbst verbessernde KI | Dr. Richard Socher, Recursive & you.com

Richard Socher skizziert eine ruhige, aber weitreichende These: KI wird nicht nur besser im Anwenden, sondern irgendwann im Verbessern von sich selbst und von anderen Systemen. Die Folge ordnet ein, warum dafür Code, Compute, gute Zieldefinitionen und neue Arbeitsmodelle zusammengedacht werden müssen, und warum diese Entwicklung schon heute an einigen Stellen sichtbar ist, aber längst nicht überall angekommen ist.

Das Wichtigste in Kürze

Der eigentliche Sprung ist nicht Chat, sondern Selbstverbesserung

Socher trennt klar zwischen gewöhnlicher KI, die Aufgaben erledigt, und rekursiv selbstverbessernder Intelligenz, die ihre eigenen Schwächen analysiert und gezielt an sich arbeitet. Das ist für ihn der heilige Gral. Wichtig ist dabei: Die KI kann nicht nur sich selbst verbessern, sondern auch andere KIs, Softwareprodukte und später vielleicht Proteine, Medikamente und ganze Forschungsabläufe.

Code ist der Hebel, auf dem die nächste Welle steht

Der praktische Durchbruch beginnt dort, wo KI selbst programmieren kann. Socher verweist auf den Satz „AI is Code and AI can Code“: KI ist in Code gebaut und kann Code schreiben. Genau daraus entsteht die Schleife, in der KI Software nicht nur nutzt, sondern verbessert. Für viele digitale Produkte ist das der Punkt, an dem der bisherige Mensch-zu-Mensch-Prozess kippt.

Compute ist die Autobahn, nicht das Extra

Compute ist für Socher notwendige, aber nicht ausreichende Bedingung. Ohne genug Rechenleistung bleibt Intelligenz gebremst, so wie eine Wirtschaft mit schlechter Infrastruktur langsamer wächst. Er beschreibt Compute als etwas, in das ein großer Teil des Fundings fließt, weil eine starke KI nur dann wirklich arbeiten kann, wenn sie nicht auf halber Kraft läuft.

The Big Points

Warum Recursive nicht einfach ein weiteres KI-Startup ist

Socher sagt ziemlich deutlich: Es geht nicht darum, die schlausten KI-Forscher im Raum zu sein, sondern eine KI zu bauen, die selbst zur schlausten Forscherin wird. Recursive ist genau auf diese Idee ausgerichtet. Die Firma ist mit acht Gründer:innen, rund 30 Mitarbeitenden und hoher Bewertung aus dem Stealth-Mode gekommen, aber der Kern ist nicht Größe, sondern Zielrichtung.

Die wichtige Unterscheidung in der Folge ist die zwischen „KI verbessert etwas“ und „KI verbessert sich selbst“. Recursive Self-Improving Superintelligence ist für Socher der eigentliche Gral. Die KI soll zuerst verstehen, wo ihre Schwächen liegen, dann diese Schwächen bearbeiten und schließlich immer mehr Forschungs- und Entwicklungsaufgaben selbst übernehmen.

Warum gute Zieldefinition wichtiger wird als bloß mehr Output

Ein roter Faden der Folge ist Reward Engineering, also die Frage, wie man Ziele so formuliert, dass die KI wirklich das Richtige optimiert. Socher macht klar, wie leicht sich das sonst verfehlt, zum Beispiel wenn „mach den Code schneller“ am Ende nur dazu führt, dass die KI Code löscht. Das Problem liegt dann nicht an der Intelligenz, sondern an der unklaren Zielsetzung.

Daran hängen für Christophs Praxisfragen direkt die Begriffe Intent, Direction, Decision, Taste, Responsibility und Relationship. Die Folge bestätigt im Kern: Diese Ebenen verschwinden nicht, nur weil KI mächtiger wird. Im Gegenteil, je stärker die KI wird, desto wichtiger wird es, dass Menschen klar formulieren, was sie eigentlich wollen, und gute Ergebnisse von schlechten unterscheiden können.

Arbeit verschiebt sich von Abarbeitung zu Steuerung

Socher erwartet, dass immer mehr Menschen nicht mehr einzelne Aufgaben selbst erledigen, sondern KI-Agents steuern, prüfen und nachschärfen. Manager werden zu Managern von KI-Agenten, gute Leute werden zu Evaluator:innen und Entscheider:innen. Wer heute schon sinnvoll an KI delegiert, merkt laut ihm sehr schnell, dass sich viele klassische Tätigkeiten in Sekunden statt Stunden erledigen lassen.

Daraus folgt für ihn auch eine harte Arbeitsmarktperspektive: Wer schlechter ist als die KI in einer klar umrissenen Aufgabe, wird es langfristig schwer haben. Gleichzeitig verschiebt sich Wertschöpfung zu Menschen mit Anteilen an Unternehmen, weil sie direkt von der Produktivität der KI profitieren. Socher sagt sehr klar, man müsse eigentlich mit der KI zusammen ein Startup gründen, statt nur pro Stunde bezahlt zu werden.

Nicht jede Firma braucht gleich viel Intelligenz, aber jede braucht die richtige Form von

Socher widerspricht der Annahme, dass jede Organisation einfach nur mehr KI braucht. Manche Bereiche werden stark transformiert, andere kaum. Reise, Statussymbole oder viele physische Entscheidungen hängen nicht primär an Intelligenz. Wer nach Ägypten zu den Pyramiden will, braucht vor allem Infrastruktur, Angebot und Umsetzung, nicht noch ein bisschen mehr Denkpower.

Dort, wo Intelligenz aber direkt in Forschung, Entwicklung, Medizin, Chemie, Biologie oder Ingenieurwesen fließt, sieht er große Hebel. Dort kann KI Kosten drastisch senken und neue Projekte wirtschaftlich machen, die vorher zu teuer waren. Das kann im Ergebnis sogar mehr Jobs schaffen, weil plötzlich mehr Medikamente, Materialien oder technische Lösungen realisierbar werden.

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